Wettbewerbsregeln
Ausschreibung
22.01.96
Ein Drahtseilakt
Konstruktionswettbewerb Sommer 96 der Jungmitglieder des VDE und des
VDI
Aufgabe
Wettkampfbahn
Wettkampfmaschinen
Wettkampfvorbereitungen
Wettkampfablauf
Aufgabe
Die Aufgabe besteht darin, eine Maschine zu bauen, die sich auf einem
Drahtseil fortbewegen kann. Dabei soll sie zylinderförmige Gegenstände (s.
beiliegende Zeichnung
) aufnehmen und einzeln in einen Aufangkorb befördern.
Schnelligkeit und Geschicklichkeit sind gefragt, da je zwei Maschinen auf
parallelen Seilen um dieselben Gegenstand kämpfen. Gewinner ist, wer sich die
meisten Zylinder sichert, ohne die gegnerische Maschine zu beschädigen.
Der Wettkampf findet während des Hochschulsportfestes am 03.07.1996 im
Lichthof der Universität statt. Teilnehmen können alle Studierenden der
hannoverschen Hochschulen und Fachhochschulen.
Wettkampfbahn
Die Wettkampfbahn (s. beiliegende Zeichnung
) besteht aus einem 2 m hohen Gestell, in dem zwei Drahtseile auf gleicher Höhe
in 50 cm Abstand voneinander gespannt werden. Die Länge der Seile beträgt 3 m,
die maximale Absenkung in der Mitte bei Belastung mit einer max. 4 kg schweren
Maschine (siehe Abschnitt Wettkampfmaschinen") beträgt 50 mm. Zwischen den
Seilen befindet sich ein 10 cm breiter Balken, auf dem in gleichmäßigen
Abständen auf kleinen Podesten 5 Zylinder stehen, die von den Maschinen
eingesammelt werden sollen. Die Oberkante der Körbe, in denen die Zylinder
abgelegt werden sollen, hat die gleiche Höhe wie die Oberkante der Podeste, auf
denen die Zylinder zu Beginn jedes Wettkampfes stehen. Die Abmessungen der
Podeste ergeben sich aus der Zeichnung. Es ist möglich, die Zylinder mit einem
einfachen Greifer oder anderen Hilfsmitteln zu bewegen, da sie in der Mitte
eingeschnürt sind sowie eine durchgehende Bohrung oberhalb des Schwerpunktes
besitzen. Die Abmessungen sind der beiliegenden Zeichnung zu entnehmen. Als
Material für die Zylinder ist Holz vorgesehen. In der Mitte der Wettkampfbahn
steht pro Maschine ein 3 m langes, frei hängendes Kabel zur Steuerung und
Stromversorgung zur Verfügung (s.u.).
Wettkampfmaschinen
Antrieb / Steuerung :
Antrieb und Steuerung der Maschinen sollen ausschließlich elektrisch
erfolgen, so daß Verbrennungsmotoren oder andere nichtelektrische
Antriebsmöglichkeiten nicht erlaubt sind.
Für die Maschinen steht für den Antrieb und die Steuerung ein 9-poliges
Kabel zur Verfügung, das die Maschine mit einem selbst zu bauenden Steuerpult
verbindet, über das die Maschine während des Wettkampfes bedient werden kann.
Hierzu wird den Teilnehmern ein passendes Stecker-/Buchsenpaar (D-Sub-Stecker)
zur Verfügung gestellt mit der Vorgabe, daß die Buchse am Steuerpult und der
Stecker an der Maschine montiert werden muß. Es wird ein regelbares Netzteil mit
folgenden Werten zur Verfügung gestellt:
Gleichspannung O..+30 V / Stromstärke max. 3 A, Gesamteistung max. 40 W.
Dieses Netzteil ist an das Steuerpult anzuschließen, das keine weiteren
Energiequellen enthalten darf. Somit stellt das Netzteil die einzige erlaubte
Energiequelle dar.
Maße / Gewicht :
Das Gesamtgewicht einer Maschine darf 4 kg nicht überschreiten.
Die Abmessungen sind wie folgt beschränkt:
- max. 400 mm unterhalb des Seils
- Breite zu jeder Seite des Seils max. 240 mm (ohne Greifer/Ausleger)
- Breite mit Ausleger max. 300 mm
- Länge max. 700 mm
- Die Maschine darf den Aufbau (außer dem Seil) nicht berühren
- Die Maschine ist so zu konstruieren, daß Vorbeifahren an einem baugleichen
Gegner
möglich ist.
- Der Antrieb darf nur die obere Häfte des Seils, die Zylinder und den
Gegner
berühren.
- Verbot der Zerstörung des Gegners
- Verbot der Verwendung von Pyrotechnik jeder Art.
- Verbot von Verbrennungsmotoren.
- Die Maschine muß zu Beginn eines Wettkampfes energiefrei sein, d.h. es
sind
keine Energiespeicher zugelassen, die vor Einschalten der Stromversorgung
Energie
enthalten.
Wettkampfvorbereitung
Um die Vorbereitung des Wenkampfes zügig
vonstatten gehen zu lassen, muß sie sich auf die folgenden Schritte beschränken:
- Aufsetzen der Maschine auf das Seil
- Montage einer Absturzsicherung (z.B. Schelle um das Drahtseil herum)
- Anschluß des Steuerkabels an Maschine und Pult
- Anschluß des Pultes an die Stromversorgung
Die Zusatzarbeit an der Maschine darf nur das Anbringen der Sicherung und
des Steuerkabels umfassen. Es steht eine Zeit von 3 Minuten vor Wettkampfbeginn
zur Inbetriebnahme zur Verfügung.
Wettkampfablauf / Spielregeln
Der Wettkampf wird nach dem
K.O.-Prinzip durchgeführt. Die Spielpaarungen der ersten Runde werden durch Los
bestimmt.
Der Start erfolgt durch gleichzeitiges Einschalten der Stromversorgungen und
ein zeitgleich gegebenes akustisches Signal.
Wie aus der Konstruktionszeichnung zu ersehen ist, treten die Maschinen so
gegeneinander an, daß sie jeweils in Fahrtrichtung links die Zylinder einsammeln
können. Es ist das Ziel jeder Maschine, jeweils einen Zylinder zu ergreifen und
in einen Korb, der auf Höhe der Startposition des Gegners auf dem Mittelbalken
steht, zu befördern. Die Zylinder sollen einzeln nacheinander eingesammelt
werden, d.h. es darf nur ein Gegenstand zur Zeit transportiert werden. Sieger
ist die Maschine, die mehr Zylinder als der Gegner in den eigenen Korb (am der
eigenen Startposition entgegengesetzten Ende der Wettkampfbahn) befördern
konnte. Bei Gleichstand gewinnt, wer zuerst seinen letzten Zylinder abgelegt
hat. Eine Beschädigung der gegnerischen Maschine oder des Aufbaus führt zur
Disqualifikation. Im Zweifelsfall ist die Entscheidung der Jury maßgebend. Der
Rechtsweg ist ausgcschlossen.
© Andreas Löhning, 1.98