Einige technische Details:
Wie man auf dem Plan erkennt, haben wir von Anfang an auf ein
modulares System gebaut. Dieses wurde auch konsequent eingehalten, indem die
einzelnen Module auf seperaten Platinen aufgebaut wurden. Hierdurch konnten wir
auch sehr schnell noch die Probleme lösen, die beim ersten vollständigen
Probelauf auftraten. Dieser Plan entspricht der vorgesehenen Maximallösung, die
sogar einem Mikrokontroller vorsah. Der Mikrokontroller bot sich zwar zur Lösung
des Problems an, da ja immer der gleiche Aufbau der Wettkampfbahn vorhanden war;
aber da einerseits die genauen Angaben zur Bahn erst sehr spät feststanden und
andererseits das vorhandene Mikrokontrollerboard mit einem 8085 von Jörn mit
300mA zuviel Strom benötigte, entschlossen wir uns zunächst erst mal alles
analog aufzubauen mit der Option ggf. einen Mikrokontroller später noch zu
integrieren. Dieses wurde aber nachher wegen Zeitmangels nicht mehr
durchgeführt. Nur unsere schärfsten Gegner haben im Wettkampf einen 80535 (von
Siemens) eingesetzt.
Der Motorrichtungsumsteller besteht aus einer
Vollbrücken-Schaltung mit vier N-Kanal-MOS-Leistungstransistoren ( BUZ11 ).
Einfacher wäre natürlich die Verwendung eines symmetrischen N-/P-Kanal
Transistorpaares gewesen; da aber aufgrund der heutigen Halbleitertechnologie
nur die NMOS mit einem niedrigem Durchgangswiderstand hergestellt werden können,
kamen nur diese Typen wegen der geringeren Verlustleistung in Frage. Als
Nachteil kommt dann die aufwendigere Ansteuerung der Transistoren auf der Seite
zur positiven Spannung hinzu, denn dort bedarf es einer großeren Hilfsspannung,
um diese Transistoren gegenüber der Motorspannung voll durchzuschalten. Wegen
der unterschiedlichen Potentiale der Transistoren erfolgte die Ansteuerung über
Optokoppler, welche gleichzeitig so eine Trennung zwischen Steuerkreis und
Leistungsstromkreis ermöglicht hätten, wenn nicht nur eine
Gesamtversorgungsspannung für die Maschine in den Wettkampfregeln vorgegeben
gewesen wäre. Die Ansteuerung des Umschalters geschah direkt aus der
Motorsteuerspannung. Diese Motorsteuerspannnung gab bei Werten über 6V eine
positive Fahrtrichtung mit der entsprechenden Geschwindigkeit, die sich aus der
Spannungsdifferenz zu diesen 6V ergab, vor; bei Spannnungen kleiner 6V galt
dasselbe bloß in negativer Fahrtrichtung. Die kleinen Verzögerungsschaltungen
mit den OP's sollten zum einem verhindern, daß beim Umschalten ein Kurzschluß
zwischen der Motorspannung erfolgte und zum anderen die Umschaltung nicht zu
schnell erfolgte, damit die induzierten Spannnungen niedrig blieben.
Hier ist nun der Leistungsteller für den Hauptmotorantrieb zu sehen. Da die
Begrenzung der elektrischen Energieversorgung mit 40 W von Beginn an feststand,
mußte der größte Verbraucher, der aus zwei E-Motoren bestehende Antrieb,
natürlich sehr effizient ausgelegt werden. Deshalb entschiedenen wir uns für
eine Pulsbreitenmodulation der Motorspannung. Auch hier kam der
N-Kanal-MOSFET-Leistungstransistor BUZ11 zum Einsatz. Die Pulsbreitenerzeugung
geschah durch eine Sägezahn-Spannung, die mit der vorgegebenen Steuerspannung
durch einen Komperator verglichen wurde so ein Pulsbreitenssignal von 0..100%
entstand. Für die Ansteuerung des Leistungstransistors wurde wie schon oben
erwähnt eine größere Hilfsspannung verwendet. Die Steuerspannung für den
Leistungstransistor wurde mit einer Extraschaltung aus der Motorsteuerspannung
mit Hilfe einer OP-Schaltung, die aus einem Präzisionsgleichrichter mit einer
Offsetspannung von 6V bestand, gewonnen.
Eine weitere mögliche Verbesserung wäre natürlich den Leistungssteller und
den Motorumschalter zu kombinieren, so daß der Strom nicht durch den
zusätzlichen Transistor fließen müßte.
Für die kleineren Aktoren ( Greifer, Greifarm und Ausgleichsgewicht ) kamen
einfache Standardservos aus dem Modellbaubereich zum Einsatz. Da für die
Ansteuerung kein IC zur Verfügung stand, mußten wir eine eigenen Entwicklung
starten. Als Anhaltspunkt diente der Schaltplan aus "302 Schaltungen", die aber
nur als Testschaltung in Frage kommen kann, weil sie durch die Poti Das
Ansteuersignal für die Servos besteht aus einem Pulsbreitensignal mit einer
Grundfrequenz von 40 Hz (=25ms) mit einem High-Impuls von 1ms bis 2ms, welche
jeweils den rechten und linken Vollausschlag des Servos auslösen. Wegen der gro
en Zeitunterschiede (25:1ms) kam nur ein Doppeltimer in Frage, bei dem der erste
Timer (25ms) den zweiten (1..2ms) triggert. Dies wurde mit dem
Doppeltimerbaustein NE556 (=2*NE555) realisiert; die Steuerung des zweiten
Timers erfolgte mit einer Spannung, die an dem interen Komperator angelegt
wurde. Um eine lineare Pulsbreitenmodulation des High-Impulses mit der Spannung
zu erreichen, wurde abweichend von der sonst üblichen Konstantspannungsladung
des zeitbestimmenden Kondensator hier eine Konstantstromladung mit dem
Transistor gewählt. Mit dem Poti kam noch eine Mitteneinstellung des Potis
vorgenommen werden, da nicht alle Potis völlig identische Zeitkonstanten haben.
© Andreas Löhning, 1.98